Zwischenbilanz nach den ersten Wintertests

Ergometer

Die Tests des SRV sind zwar schon eine Weile her, hier kommt jetzt aber doch noch (besser spät als nie) der Artikel dazu... 

Es war lange her, seit den letzten ernshaften Wettkämpfen und Vergleichen auf internationalem oder zumindest Kader-internem Niveau. Eine lange Zeit, die ich für viel Training genutzt habe. Die einzig kleine Standortbestimmung war der Laktat-Stufentest in der Schulthessklinik ca zwei Wochen vor den Tests. Und dieser zeigte glücklicherweise eine positive Tendenz - insbesondere im Vergleich zum letzten Stufentest im August. Es war zu dieser Zeit eine sehr willkommene Aufstellung, lief es doch im Boot technisch gerade nicht ganz nach meinen Vorstellungen.

Dann kamen die zwei Brocken, die in letzter Zeit in meinen Fokus gerückt sind: 5000m max auf dem Ergometer und 6000m Langstreckentest im Einer.
Ich ging anders als noch vor einem Jahr an diese Standortüberprüfungstests heran. Da das Training im Kader nun nicht mehr ist, verloren die Einheiten ihren Wettkampfcharakter. Es galt nicht mehr, in jedem Training die Schnellste zu sein, nicht immer ein erwarteter Schnitt auf dem Ergo zu ziehen. Meine Aufgabe war es, die Trainings qualitativ hochwertig und in der genau richtigen Intensität zu absolvieren. (Deshalb ja die Stufentests...)

Ich freute mich einfach darauf, mich wieder einmal in einem Wettkampf zu messen.

Und ich denke es war genau dieser Unterschied, der es ausmachte, dass ich mich sogar auf diese qualvollen Langdistanz-Wettkämpfe etwas freute. Ich ging mit einer gewissen Spannung an diese Herausforderung heran - ich freute mich ganz einfach darauf, mich wieder einmal in einem (fast richtigen) Wettkampf zu messen. Zudem bereitete ich mich auch mental mit mit meiner Sportpsychologin konkreter als bisher auf die bevorstehenden Herausforderungen vor.

Ich wusste, ich hatte gut trainiert, ich hatte ein klares Ziel und einen Plan vor Augen.... und trotzdem wurde ich vor den 5000m auf dem Ergometer so nervös wie schon lange nicht mehr! au weia... aber ehrlich gesagt beruhigte mich dieses Gefühl trotzdem ein wenig: bei vielen Wettkämpfen, an welchen ich ein positives Resultat erzielte, war ich ziemich nervös vorher. Und vorallem war ich an den letzten Weltcups und so weiter überhaupt nicht mehr nervös gewesen - für mich ein Schlechtes Zeichen. Ein Zeichen, dass zu wenig Spannung da ist, zu wenig Freude und Siegeswille... Leider hatte Fabiane Albrecht abgemeldet. Somit wurde es irgendwie vorallem ein Kampf gegen mich selber. Dies ist zwar wie im Training, aber eben doch irgendwie unter "ernsten Umständen" - und Eliane war ja schliesslich auch noch da!

Und tatsächlich: es lief wie am Schnürchen, zumindest die ersten zwei Drittel des Ergometertests. Ich konnte mich gut an meinen Plan halten und war voll auf Kurs. Dann kam ich an den Punkt, wo ich dachte, ich fahr den Test einfach auf diesem Schnitt fertig, das gibt immerhin noch knapp das Normalziel. Ich merkte, wie ich langsam an meine Grenze kam ...und hörte Silvan schreien "Jetzt! Eine Sekunde runter!" ich schüttelte den Kopf, Nein - das schaff ich nicht.

Jetzt! Eine Sekunde runter! Komm schon! GO!!

Silvan liess nicht locker...und ich schaffte es trotzdem die Sekunde zu fressen. Und noch eine... Es war eine Gratwanderung, schaff' ich den Schnitt bis in's Ziel oder nicht...?
Ich schaffte es, auch die letzten Meter noch ohne Einbruch hinter mir zu lassen. WOW... ich habe fast mein Maximalziel erreicht. Und das Wichtigste: ich habe dann, als ich dachte, dass nicht mehr geht, doch noch mehr probiert - und dadurch gewonnen.

Gleich am Tag danach folgte das Rennen im Einer. Oberste Priorität hatte jetzt also die Regeneration! Eine Stunde lang lockeres Bewegen nach dem Test war angesagt. Anschliessend Kohlenhydrat Speicher füllen und gleich noch zur Massage bei Thomi Rymann - und natürlich literweise Wasser trinken!

Nun galt es eine gleich gute - von mir aus auch bessere ;) - Leistung auf dem Wasser zu zeigen! Nach dem Ergometertest war es für mich schwierig, den richtigen Speed zu finden. Man hat nicht einfach ein Display, wo man sich an seiner Ziel-Durchschnittszeit orientieren kann. Und die Langstreckentests sind wie ein Zeitfahren - ein Vergleich mit seinen Mitstreitern ist also schwierig. Zum Glück hatte ich aber meine GPS-Uhr mit und so wusste ich ungefähr wenigstens über die Konstanz meiner Geschwindigekeit Bescheid.
Obwohl ich auch hier, wie auf dem Ergometer die schnellste Zeit, die ich jemals gefahren bin, erreichte (Personal Best, PB) war ich mit diesem Test irgendwie weniger zufrieden. Technisch mangelte es sicher noch an einigen Punkten und ich habe das Gefühl, dass ich auf dem Ergometer viel mehr an die Grenze meiner Leistungsfähigkeit gekommen bin...

Aber alles in allem können wir aus diesen drei Tests eine positive Zwischenbilanz ziehen. Die Tendenz unserer Entwicklung zeigt in die richtige Richtung!
Ich kann also beruhigt wieder voll in's Training einsteigen und alles dafür geben, dass die Entwicklung in diesem Stile weiter geht... :-) 

Ergo - Soundtrack

Erholung - Lesen

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